Dienstag, 23. Mai 2017

Ramadan-Kalender

In meiner Klasse sind viele muslimische Schülerinnen und Schüler. Schon im letzten Jahr haben die meisten davon im Ramadan gefastet (Klasse 6). Diese Zeit war für alle Beteiligten nicht einfach. Deshalb habe ich früh damit begonnen, die fünf Säulen des Islam und damit auch das Fasten im Ramadan in Praktischer Philosophie zu thematisieren. Die muslimischen Schülerinnen und Schüler konnten viele interessante Dinge erzählen und zeigen. Um die Zeit des Ramadans für die Schülerinnen und Schüler überschaubar zu machen, habe ich einen Kalender für die Klasse erstellt. Damit können alle sehen, wie lange es noch bis zum Zuckerfest dauert. In muslimischen Familien gibt es diese Kalender häufiger.

Ich habe zwei Versionen erstellt. Auf der ersten können sich die Schülerinnen und Schüler neben dem Datum auch an den (nicht wirklich schön dargstellten) Mondphasen orientieren. Der jeweilige Tag wird durchgestrichen.





Bei der zweiten Version werden die Sterne angemalt. 






Da wir in der Weihnachtszeit auch einen Adventskranz und einen Adventskalender haben (bei immerhin 80% muslimischen Schülerinnen und Schülern in der Klasse) finde ich es nun auch schön, einen Ramadan-Kalender zu verwenden. Nächsten Samstag (27.05.) geht es los.



Vielleicht könnt ihr ihn auch gebrauchen.




Ramadan-Kalender




 



Kommentare:

  1. wow, vielen Dank :) LG aus Sarajevo

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    1. Wow - aus Sarajevo! Viele Grüße nach Bosnien und Herzegowina!

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  2. Ich verstehe zwar das Interesse, sich auf die Bedürfnisse der Schüler einzulassen, hätte jedoch Zweifel, ob diese Thematik nicht völlig gegenteilige Effekte hätte. Schließlich geht es ja darum, (auch) die muslimischen Schüler mit der deutschen Kultur (und allem, was damit verbunden ist) vertraut zu machen. Da fände ich es wohl nur umso verwirrender, wenn man trotzdem an Gebräuchen aus den ehemaligen Heimatländern festhält, vor allem weil viele muslimische Schüler aus Elternhäusern kommen, die zwar z.B. aus beruflichen Gründen nach Deutschland kamen, jedoch nur ein bedingtes Interesse an der Öffnung gegenüber der deutschen Kultur haben. Diesbezüglich darf man nicht durch falsches Engagement die falschen Schwerpunkte in der Unterrichtspraxis setzen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Lehramtsstudent

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    1. Lieber Lehramtsstudent,

      ich zitiere aus dem Lehrplan Praktische Philosophie:

      "Praktische Philosophie trägt zum Bildungsauftrag der Schule bei, der die persönliche,soziale und politische Bildung der Schülerinnen und Schüler umfasst. Das Fach fördert
      die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit zu sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur Orientierung an Grundwerten, zur
      kulturellen Mitgestaltung sowie zu verantwortlicher Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt.

      Zentrales Anliegen des Faches ist es, zur Entwicklung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern beizutragen, die sie befähigen, die Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen und sich systematisch mit Sinn- und Wertefragen auseinanderzusetzen,
      sie bei der Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz anzuwenden und in einer demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und tolerant zu leben. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln
      dazu Empathiefähigkeit und gelangen zu einem Wert- und Selbstbewusstsein, das verantwortliches Handeln begründet. Im Unterricht sollen durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ideen, Wertvorstellungen und Normen Kriterien für deren Beurteilung erarbeitet und die eigene Reflexions- und Urteilsfähigkeit gefördert werden. Das Verständnis für weltanschauliche, religiöse und ideengeschichtliche Positionen ist Grundlage für interkulturelle und intrakulturelle Toleranz und ermöglicht
      kognitive, emotionale und soziale Orientierungen."

      Wahrscheinlich hattest Du in Deinem Leben zu wenig Unterricht in Praktischer Philosophie. Ich empfehle Dir sehr, Dich in diesem Bereich fortzubilden, bevor Du als Lehrer auf Schülerinnen und Schüler aus anderen Kulturkreisen triffst. Ich bezweifle allerdins sehr, dass Du tatsächlich Lehramtsstufent bist...

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    2. Gute Antwort auf einen dämlichen Kommentar! ;-)
      LG Gabi

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    3. Wer Toleranz einfordert, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Alles richtig gemacht, Hasenlehrer!

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    4. Nicht nur Toleranz sondern auch Akzeptanz ist wichtig. Und die fordere ich von allen Schülerinnen und Schülern ein. Es ist ganz wichtig, dass sich alle gegenseitig akzeptieren, nur so können wir als Klassengemeinschaft mit christlichen, alevitischen, sunnitischen und schiitischen Schülerinnen und Schülern friedlich bestehen. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler sich zu öffenen für die Bedürfnisse anderer und diese auch zu akzeptieren.

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  3. Das ist eine sehr schöne Idee. Finde es gut, wenn man anderen Kulturen und Religionen offen gegenübertritt. Das ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig. Mit dem Kalender wird das bereits den Kindern vermittelt. Prima:)

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    1. Genau so war der Kalender auch gedacht. Danke für Deinen Kommentar! LG :-)

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